Was sollte vor der Entbindung erledigt werden?


Vor der Entbindung sind eine ganze Reihe von Dingen zu bedenken und zu erledigen. Im folgenden finden Sie die wesentlichen Dinge, damit Sie eine möglichst entspannte Wochenbettzeit und Kennenlernzeit erleben können.

 

 

  1. Hebamme suchen

    Leider geht die Zahl der betreuenden Hebammen immer weiter zurück und es wird für schwangere Frauen immer schwerer eine Hebamme zu finden.
    Gehen Sie daher frühzeitig auf die Suche. Oft bekommt man Empfehlungen von Freunden. Alternativ können Sie sich sonst mit einer Hebammengemeinschaft vor Ort in Verbindung setzen oder Ihre(n) Frauenarzt/-ärztin fragen.

  2. Mutterschaftsgeld beantragen

    In der Regel haben Mütter 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt Anspruch auf Mutterschaftsgeld. Bei Mehrlingsgeburten, einer Behinderung Ihres Kindes oder einem Frühchen verlängert sich der Mutterschutz auf 12 Wochen nach der Geburt.

    Mutterschaftsgeld entspricht dem Nettogehalt. Hiervon werden bis zu 13 Euro je Tag von der Krankenkasse getragen. Beziehen Sie ein höheres Nettoeinkommen, zahlt der Arbeitgeber die Differenz.

    Im Falle einer Selbständigkeit, Arbeitslosigkeit, bei Studentinnen oder geringfügig Beschäftigten besteht in den meisten Fällen ebenfalls ein Anspruch auf Mutterschaftsgeld. Setzen Sie sich hierfür mit Ihrer Krankenkasse in Verbindung.

    Hausfrauen erhalten ein einmaliges Entbindungsgeld in Höhe von 72 Euro.

    Reichen Sie eine Bescheinigung über den errechneten Geburtstermin frühzeitig bei der Krankenkasse ein, um pünktliche Zahlungen zu gewährleisten.

  3. Krankenkasse informieren

    Einige Krankenkassen bieten finanzielle Unterstützung für werdende Eltern. Beispielsweise können Sie Zuschüsse zu Untersuchungskosten oder Ultraschalluntersuchungen erhalten. Manche bieten sogar ein Begrüßungsgeld für Ihr Baby. Nachfragen lohnt sich hier auf jeden Fall.

    Außerdem sollten Sie direkt nach der Geburt die Versichertenkarte für Ihren Nachwuchs erhalten.

  4. Anmeldung im Krankenhaus oder Geburtshaus

    Ob Sie sich in einem Krankenhaus oder Geburtshaus bei der Geburt wohler fühlen oder gern zu Hause entbinden wollen, bleibt Ihnen überlassen. Sollten Sie und Ihr Baby gesund sein, ist nicht zwingend der Aufenthalt in einem Krankenhaus erforderlich.

    Einige Wochen vor der Entbindung sollten Sie sich in der Einrichtung, für die Sie sich entschieden haben, anmelden.

  5. Vaterschaft anerkennen lassen

    Sollten Sie nicht mit dem Kindsvater verheiratet sein, hat dieser die Möglichkeit bereits vor der Entbindung die Vaterschaft anzuerkennen. Dies hat den Vorteil, dass der Vater von Anfang an mit auf der Abstammungsurkunde vermerkt wird. Außerdem hat das Kind im Falle des Todes des Vaters Anspruch auf Waisenrente und wäre erbberechtigt.

    Die Beantragung erfolgt beim Jugendamt oder Standesamt und es sind Personalausweis oder Reisepass beider Elternteile und die Geburtsurkunde des Vaters mitzubringen.

    Die Mutter muss der Anerkennung durch Unterschrift zustimmen.

    Es sollte auch erwähnt werden, dass diese Anerkennung auch für den Vater rechtliche Folgen hat. Beispielsweise wäre er für das Kind und eventuell auch die Kindsmutter unterhaltspflichtig. Und natürlich ist auch aus dieser Sicht eine mögliche Erbberechtigung zu betrachten.

    Im Zweifelsfall sollte immer ein Vaterschaftstest durchgeführt werden.

  6. Sorgerecht zur Hälfte auf den Vater übertragen lassen.

    Im Zuge der Vaterschaftsanerkennung kann außerdem auch das Sorgerecht aufgeteilt werden. In diesem Fall hat der Vater die gleichen Rechte wie die Mutter.

    Dies bietet den Vorteil, dass der Vater natürlich im schlimmsten Fall, dass der Mutter während der Geburt etwas zustößt, sofort automatisch das alleinige volle Sorgerecht hätte.

    Es gilt allerdings zu bedenken, dass er so auch im Falle einer Trennung weiterhin die gleichen Rechte hätte und bei allen Entscheidungen, wie den Besuch der Schule, die Beantragung eines Reisepasses, usw. um Erlaubnis gefragt werden muss bzw. mitentscheiden darf.

    Grundsätzlich sollte man aber dem Vater nicht weniger Rechte zugestehen als sich selbst.

  7. Antrag Elterngeld ausfüllen

    Der Antrag auf Elterngeld kann erst nach der Entbindung gestellt werden und ist sehr umfangreich. Außerdem sollten Sie berücksichtigen, dass die Bewilligung und Auszahlung teilweise bis zu drei Monate in Anspruch nimmt. Sie bekommen das Elterngeld jedoch rückwirkend gezahlt, wenn Sie es rechtzeitig beantragt haben.

    In der ersten Zeit sind Sie sicher zunächst zu 100 % damit beschäftigt, Ihr Baby zu bewundern und sich aneinander zu gewöhnen. Sie sollten versuchen das Wochenbett wirklich zu nutzen und die Zeit nur mit Ihrer Familie zu verbringen.

    Damit das Elterngeld dennoch ohne großen Aufwand umgehend beantragt werden kann, lassen Sie sich diesen daher schon vor der Geburt zusenden oder holen Ihn bei der Kreisverwaltung ab und füllen diesen weitestgehend aus. Dinge wie das Geburtsdatum lassen sich dann schnell ergänzen.

    Sie können den Antrag auch hier herunterladen und bekommen außerdem detaillierte Informationen zur Thematik:

    Antrag Elterngeld

  8. Antrag Kindergeld ausfüllen

    Der Antrag für das Kindergeld kann ebenfalls erst nach der Geburt Ihres Kindes gestellt werden. Auch wenn er nicht so umfangreich ist wie der Antrag für Elterngeld, macht es dennoch Sinn auch dieses schon vorher auszufüllen, um möglichst viel Ruhe im Wochenbett zu haben.

    Die entsprechenden Antragsformulare und detaillierte Informationen erhalten Sie hier:

    Antrag Kindergeld

  9. Unfallversicherung abschließen

    Natürlich hoffen wir, dass es Ihrem Baby gut geht und ihm nie etwas zustoßen möge. Dennoch sollte man die Augen vor der Möglichkeit nicht gänzlich verschließen.

    Es ist sinnvoll schnellstmöglich eine Unfallversicherung für Ihr Kind abzuschließen, damit Sie im Fall einer Verletzung im Krankenhaus finanziell dahingehend abgesichert sind, zu Hause alles so zu gestalten oder umzubauen, dass Ihr Kind später möglichst uneingeschränkt aufwachsen kann.

    Hier haben Sie die Möglichkeit, die besten Versicherungen zu vergleichen:

    Vergleich Versicherungen

  10. Haftpflichtversicherung ändern

    Auch wenn Ihr Baby natürlich noch keinen wirklichen Schaden anrichten kann, sollte es versichert sein. Dies geschieht in der Regel über Ihre Haftpflichtversicherung. Halten Sie hier in jedem Fall kurz Rücksprache mit Ihrer Versicherung.

    Manchmal kann auch ein Wechsel sinnvoll sein, um eine bessere Absicherung, geringere Beiträge oder gar beides zu erhalten.

    Hier können Sie die besten vergleichen:

    Versicherungen vergleichen

  11. Arbeitgeber informieren

    Wann sollte man den Arbeitgeber über die Schwangerschaft informieren? Experten raten dies nach Ablauf der ersten kritischen 3 Monate zu tun. Bis zu diesem Zeitpunkt besteht noch die erhöhte Gefahr einer Fehlgeburt und dies würde man im schlimmsten Fall natürlich ungern mit dem Arbeitgeber besprechen müssen.

    Nachdem Ihr Arbeitgeber informiert ist, bietet Ihnen das Mutterschutzgesetz (MuSchG) Schutz und gewisse Rechte, wie z.B. Kündigungsschutz bis vier Monate nach der Geburt. Außerdem dürfen Sie gewisse Tätigkeiten, wie schweres Heben, nicht mehr ausführen. In einigen Berufen kann sogar ein vorzeitiges Beschäftigungsverbot erforderlich sein.

    Sollte Ihr Arbeitgeber eine schriftliche Information wünschen, erhalten Sie von Ihrem Arzt ein Attest. Die Kosten hierfür sind vom Arbeitgeber zu tragen.

  12. Elternzeit Mutter beantragen

    Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft wird ein erneutes Gespräch erforderlich sein, in dem Sie über die Dauer der Elternzeit und Ihre geplante Rückkehr sprechen müssen. Die Länge der geplanten Elternzeit müssen Sie bis spätestens 7 Wochen vor Antritt schriftlich bekanntgeben, d.h. bis spätestens eine Woche nach der Entbindung.

    Da leider nicht alle Arbeitgeber positiv auf die Aussicht reagieren, eine Mitarbeiterin für längere Zeit zu verlieren, sollten Sie möglichst professionell und gut organisiert wirken.

    Erwähnen Sie beispielsweise das gut abgesicherte Netzwerk für die Betreuung Ihres Kindes, da Chefs oft Angst vor ständig fehlenden Müttern mit kranken Kindern haben.

    Sie haben grundsätzlich Anspruch auf 3 Jahre Elternzeit. Die ersten zwei Jahre müssen direkt verplant werden. Sollten Sie sich entscheiden die drei Jahre nicht voll nutzen zu wollen, erwähnen Sie im Schreiben an Ihren Arbeitgeber, dass Sie sich vorbehalten, das 3. Jahr später zu nehmen. Sie können nämlich bis zu 12 Monate aufsparen. Diese Möglichkeit haben Sie bis zum 8. Lebensjahr Ihres Kindes. Vielleicht wird ja im Jahr der Einschulung noch eine Pause sinnvoll werden?

  13. Elternzeit Vater beantragen

    Natürlich hat der Vater die gleichen Möglichkeiten wie die Mutter und kann ebenfalls Elternzeit nehmen. Vielleicht möchten Sie die drei Jahre Elternzeit aufteilen und die Mutter nimmt das erste Jahr und der Vater das zweite? Oder vielleicht ist es in Ihrem Fall aufgrund von Arbeitssituation und Verdienst des Vaters ja sinnvoll, dass er die komplette Elternzeit nimmt. Abgesehen vom Stillen wird er dies natürlich genauso wunderbar meistern wie die Mutter.

    Da die Möglichkeit besteht, das Elterngeld zwischen Vater und Mutter aufzuteilen, ermöglicht dies oft auch dem Vater Elternzeit zu nehmen. Sollte die werdende Mutter beispielsweise 12 Monate Elterngeld beantragen, stehen dem Vater weitere zwei Monate zu. Die kann er separat, beispielsweise nach der Mutter nehmen, um die Elternzeit zu verlängern und erst später eine Fremdbetreuung in Anspruch nehmen zu müssen oder aber gemeinsam mit der Mutter, um Zeit für die Familie zu haben.

  14. Anmeldung Geburtsvorbereitungskurs

    Ob Sie einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen oder sich dagegen entscheiden, bleibt allein Ihnen überlassen. Es schadet sicher nicht und man kann hilfreiche Informationen erhalten. Andererseits werden Sie auch ohne diesen Kurs Ihr Baby auf die Welt bringen, da Sie während der Geburt ja unterstützt werden.

    Die Anmeldung zu einem Geburtsvorbereitungskurs sollten Sie frühzeitig durchführen, da die Kurse meist nur über eine begrenzte Teilnehmerzahl verfügen. Meist besucht man einen solchen Kurs ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat.

    Informationen hierzu können Sie von Ihrer Hebamme oder einer Hebammengemeinschaft vor Ort erhalten.

  15. Anmeldung in der Krippe / bei einer Tagesmutter

    Da es oft schwierig ist einen Betreuungsplatz zu bekommen, sollte die Anmeldung rechtzeitig erfolgen. Krippenplätze sind nur in knapper Zahl vorhanden und Tagesmütter oft ausgebucht.

    Gerade wenn sie direkt nach dem Mutterschutz wieder im Job durchstarten wollen, ist eine Anmeldung noch während der Schwangerschaft notwendig.

  16. Kliniktasche packen

    Damit Sie bei eintretenden Wehen oder anderen Beschwerden bereit sind, um sofort ins Krankenhaus aufzubrechen, sollten Sie rechtzeitig eine Tasche für den Krankenhausaufenthalt oder für das Geburtenhaus packen.

    Eine Checkliste mit all den Dingen, die Sie dabeihaben sollten, finden Sie hier:

    Checkliste Kliniktasche

  17. Haushaltshilfe

    Unter bestimmten Voraussetzungen haben Sie Anspruch auf eine Haushaltshilfe nach der Geburt. Nähere Informationen erhalten Sie hierzu von Ihrer Krankenkasse.